Das Aus für Glühbirnen
Die Europäische Kommission wurde im März 2007 von den EU-Staats- und Regie-rungschefs aufgefordert, Vorschläge zur Verbesserung der Energieeffizienz von Haushaltsleuchten vorzulegen. Der Auftrag basierte auf der 2005 von EU-Parlament und Rat verabschiedeten "Ökodesign-Richtlinie". In die im Jahr 2008 eingeleitete Konsultation zur "Ökodesign-Richtlinie" waren Vertreter der Mitgliedstaaten, der Industrie und von Nichtregierungsorganisationen (NGO) eingebunden. Im Oktober 2008 wurde die Europäische Kommission von den Energieministern aufgefordert, einen Gesetzesvorschlag vorzulegen, der im Dezember 2008 von Experten der EU-Staaten und auch vom Umweltausschuss des EU-Parlaments, letzteres mit großer Mehrheit, gebilligt wurde.
Die Betrachtung dieser umfassenden Vorbereitungsphase macht deutlich, dass es sich bei der Verordnung um einen Gesetzgebungsprozess handelt, der von den Mitgliedstaaten initiiert wurde und in den nicht nur das EU-Parlament und der Rat, sondern auch verschiedene betroffene Gruppen (Vertreter von NGO, der Industrie und Sachverständige) eingebunden waren.
Vor allem von Seiten der Medien wurde immer wieder proklamiert, dass die Anschaffungskosten neuer Energiesparlampen exorbitant teuer sind.
Es ist richtig, dass Energiesparlampen beim Einkauf teurer sind als konventionelle Glühbirnen. Allerdings muss bedacht werden, dass sie eine 6- bis 15fach längere Lebensdauer haben und noch dazu Energiekosten sparen (65-80% weniger Stromverbrauch). Beim Kauf einer herkömmlichen Glühbirne ersparen sich die Konsumenten zwar 3 bis 4 Euro im Geschäft, müssen jedoch mit circa 50 Euro höheren Stromkosten während der Lebensdauer der Glühbirne rechnen. Wenn man alle Faktoren und nicht nur den Kaufpreis allein berücksichtigt, sind Energiesparlampen auf lange Sicht wesentlich günstiger als die herkömmlichen Glühbirnen. Aber geht es wirklich immer nur ums liebe Geld?
Es gibt auch Stimmen die sich gegen die Einführung neuer Energiesparlampen aussprechen. So empfinden viele Menschen ihr helles Licht so angenehm wie eine kalte Dusche, zudem steht es im Verdacht, ungesund zu sein. Der hohe Anteil von Blaulicht, behaupten einige, sei schlecht für Schlaf und Psyche. Vor allem aber sollen Energiesparlampen zur Lichterzeugung gefährliches Quecksilber verdampfen, was darüber hinaus bei falscher Entsorgung Gift für die Umwelt ist. Kurzum, Diskussionen und kontroverse Ansichten wird und soll es immer geben, es ist nur zu hoffen, dass diese fachlich und seriös und nicht emotional politisch geführt werden.
