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Mag. Stefan Wally

Unser Europäer des Monats November 2018 ist Mag. Stefan Wally von der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen in Salzburg. Das EDIC Salzburg Süd – Ländlicher Raum hat dem engagierten Politologen ein paar Fragen zu seiner Sicht über Europa und die EU gestellt.

EuropeDirect: Warum spielt Europa für Sie eine große Rolle?

Wally: So nennt man nun mal den geographischen Flecken der Erde, auf dem ich lebe. Es ist Zufall.  Ich bin da auch gar nicht romantisch. Nein, Europa ist nicht der „beste Kontinent“ oder sonst was. Ich kenne die anderen Kontinente kaum. Ich möchte nur, dass wir hier in Frieden leben können und unser Leben gemeinsam gestalten. Die größte Gefahr für eine entspannte Zukunft sind Krieg und Nationalismus. Das europäische Zusammenwachsen ist die beste Idee, das zu verhindern.

EuropeDirect: Was tun Sie für dieses Zusammenwachsen?

Wally: Ich habe mich wissenschaftlich mit der Europäischen Integration auseinandergesetzt und unterrichte an verschiedenen Universitäten zu dem Thema. Man muss verstehen, warum etwas so läuft, wie es läuft. Ich diskutiere auch gern mit Schülerinnen und Schülern. In den Diskussionen ist Werbung für Europa in der Regel fehl am Platz. Man muss nur die Geschichte des Kontinents kennen. Und man sollte diese Geschichte aus der Perspektive durchschnittlicher Familien sehen. Dann wird klar, dass es klüger ist, militärische Konfrontationen für die Zukunft durch das Zusammenwachsen Europas immer unwahrscheinlicher zu machen.

EuropeDirect: Hat ihre Biographie viel mit Europa zu tun?

Wally: Ich habe zum Vertrag von Maastricht diplomiert, vor dem Beitritt Österreichs für die Vertretung der EU in Wien gearbeitet, war danach auch ein halbes Jahr in Brüssel. Seit damals unterrichte ich zum Thema. Gerne unterrichte ich vor allem amerikanische Studierende zu „European Politics and Economics“. Der Blick von außen führt oft dazu, dass das Wesentliche besser erkannt wird. Schließlich arbeite ich in der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen. Jungk war ein überzeugter Kriegsgegner. Das war mit einer der Gründe, warum er sich der Zukunftsforschung verschrieben hat.

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