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„Nachhaltigkeit jugendlich definieren“ | EYE2016

Sophie Hammer | Was verstehen junge Menschen unter Nachhaltigkeit bzw. nachhaltiger Entwicklung? Am European Youth Event 2016 wuchs ein eigener Ideenbaum zum Thema.

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist in aller Munde. Die internationale Entwicklungsagenda ist mit ihren 17 ambitioniert formulierten Zielen, den „Sustainable Development Goals“ (SDGs) ganz danach ausgelegt. Sie zeichnen ein Bild einer gerechteren und besseren Welt, auf die bis zum Jahr 2030 hingearbeitet werden soll. Nachhaltigkeit ist dafür natürlich maßgeblich, denn dadurch sollen auch zukünftige Generationen gut von und mit unserem Planeten leben können.

Aber was verstehen junge Menschen unter dem Begriff „Nachhaltigkeit“, was bedeutet es für sie, und wie kann ihrer Meinung nach nachhaltige Entwicklung erreicht werden? Am EYE 2016 (European Youth Event 2016) gab es heiße Diskussionen zum Thema Nachhaltigkeit; außerdem wurde darüber nachgedacht, was hinter diesem Begriff steckt.

Es lässt sich ein breites Spektrum verschiedener Auffassungen erkennen. Grundpfeiler dieses Konzepts sehen Jugendliche in gemeinsamer Zusammenarbeit, gegenseitiger Akzeptanz, Toleranz und Respekt. Nur so können langfristige Lösungen für Gemeinschaften mit verschiedenen Hintergründen und Interessen gefunden werden. Außerdem steht der Schutz des Planeten im Fokus, dessen begrenzte Ressourcen nicht unbegrenzten Wachstumsphantasien standhalten können. Vielen Jugendlichen ist das bewusst, sie sehen es daher als brennendes Thema, das auf internationaler Ebene zwar rege debattiert wird, jedoch werden nicht genug konkrete, wirkungsvolle Lösungsstrategien umgesetzt. Auch dominante Konsummuster (z.B. der übermäßige Verzehr von Fleisch) und unsere Wegwerfgesellschaft allgemein wurden im Zuge der Nachhaltigkeitsdebatte am EYE kritisiert. Einer authentischen Nachhaltigkeitsdebatte können wir uns erst dann widmen, wenn wir diese bestehenden Strukturen in Frage stellen.

Als letzter zentraler Punkt von Nachhaltigkeit wurde die globale Ungleichheit verstanden, da die derzeitigen Machtverhältnisse und das Nord-Südgefälle alles andere als eine langfristige Lösung darstellen. Als erste Lösungsansätze sehen Jugendliche lokale Initiativen. Auf Dauer müssen sich jedoch die Rahmenbedingungen ändern, und auch hier kann durch Jugendpartizipation viel erreicht werden.

Nachhaltigkeit kann also aus vielen Perspektiven heraus betrachtet werden, verschiedene Schwerpunkte stehen für verschiedene Betrachter dabei im Vordergrund. Einig waren sich die Teilnehmer*Innen des EYE 2016 jedoch, dass der Begriff in unserer heutigen Welt von großer Bedeutung ist. Ihm wird derzeit international viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, jedoch braucht es mehr konkrete Auseinandersetzung, damit er nicht zu einer leeren Floskel wird.

 

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